Rahmenprogramm 2017

Installation + Performance mit dem Tower of Madness von Roland Adlassnig und Paul Renner

Roland Adlassnigg und Paul Renner zeigen zur Art Bodensee in der Halle 10 eine monumentale Skulptur, in der sich der Turm der Fäulnis in eine Destillationsanlage transformiert.

AUSGEBUCHT - Spontane Vergärung

22. Juli, 19 Uhr. 
Roland Adlassnigg, Küche / Maria Bawart, Konditorei / Paul Renner, Küche / Paul Winter, am Konzertflügel


Sonderschau mit den Archtiekten Marte.Marte

In Search of the Unexpected
Die Ausstellung in der Halle 12 im Rahmen der Art Bodensee 17 ist eine Re-Inszenierung der Ausstellung von Marte.Marte auf der Architektur Biennale Venedig 2016.

„Was die Architektur der Brüder Stefan Marte und Bernhard Marte auszeichnet, ist, dass sie scheinbare Gegensätze zu einer einheitlichen räumlichen Komposition vereinen: Die Bauten sind minimalistisch, aber reich in ihrer sinnlichen und haptischen Erfahrbarkeit. Sie sind modern, fügen sich aber harmonisch in die Landschaft und die benachbarten traditionellen Bauten ein. Sie sind radikal, aber extrem einfühlsam im Kontext. Sie sind monolithisch, aber entfalten einen alle Sinne berührenden räumlichen Reichtum, der mitreißend ist. (…) Die neuen Messehallen in Dornbirn beeindrucken nicht nur durch ihre formale Kraft, sondern repräsentieren mit ihrem statisch anspruchsvollen Tragwerk aus Holz auch den innovativen Holzbau aus Vorarlberg.

Das interdisziplinäre Denken und Arbeiten der Marte-Brüder und ihres Teams drückt sich auch in der Zusammenarbeit mit dem Avantgarde- Filmemacher Andreas Waldschütz aus. Dieser war mit seiner Crew zehn Tage in Vorarlberg und Kärnten unterwegs, um die Architekturen von Marte.Marte auf seine Art filmisch in Szene zu setzen. Entstanden ist eine ganz wunderbare audiovisuelle Serie von großer atmosphärischer Dichte.“ (aus: Katalog zur Ausstellung „Appearing Sculptural“, Aedes, Berlin, 2016).


Hannes Ludescher der featured Artist der ART Bodensee 2017

Das Land Vorarlberg fördert im Rahmen der Art Bodensee seit 2007 den Messeauftritt eines Künstlers aus der Region. Ausgewählt von Kurator und Künstler Harald Gfader präsentiert in diesem Sommer der gebürtige Feldkircher Johannes Ludescher als Featured Artist seine Werke. Der 1946 geborene Künstler studierte Malerei und Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei den Professoren Josef Mikl und Fritz Wotruba. Ludescher lebt und arbeitet in Zwischenwasser (Vorarlberg/Österreich).

Über das Gewicht der Welt. Kurator Harald Gfader über den Künstler: „Hannes Ludescher ist ein Erkunder der Orte, ein Landschaftsreisender vor Ort. Akribisch, persönlich und genau beschreibt Ludescher seine nähere Umgebung in der klassischen Technik des Dokuments. Er erzählt vom Ort, ohne aber jemals die Poesie zu übersehen. Denn Malen ist die Kunst!

Die Werke von Ludescher sind geprägt von zahlreichen Reisen in den Mittelmeerraum, vor allem nach Spanien und Griechenland, den Vorderen Orient sowie nach Russland und Japan. Dabei erkundet er stets die Landschaft und die Merkmale ihrer Bestandteile.

Der „Stein“ erfährt von Hannes Ludescher höchste Aufmerksamkeit. In ihm erkennt er die stetigen, vermeintlich statischen Informationen. Steine atmen. Der Findling, gefunden bei fast täglichen Wanderungen des Künstlers, zeugt von Zeit, Ort und vom „Finden“ des Moments. Akribisch und authentisch bearbeitet gibt Ludescher den Steinen ihre eigene Farbigkeit und Struktur „zurück“. Dabei erhält der Stein einen tausend Mal größeren Körper und verliert sein Gewicht. Jetzt trägt er die Landschaft in sich. Er wird geistig, fragil, er schwebt. Diese absehbare Zustandsveränderung, wie etwa der Verlust natürlicher Eigenschaften, zieht sich über die gesamte Arbeit des Künstlers. Am Ende bleibt der Künstler allein, mit dem Stein vertraut.

Die Landschaften von Hannes Ludescher verweisen auf die Sprache des Wassers. Die „Meeraquarelle“, ein immer wiederkehrendes, herausforderndes Thema als Überleitung, das auf die Weite und Größe der Welt brandet. Auch hier spiegelt sich die eigene Beschränktheit gegenüber der Fülle an Farben, Formen, Strukturen und Stimmungen im Grenzenlosen wider. Nun ist der Betrachter mit seiner Phantasie für sich.“


Installation Kritische Masse Steinbrener / Dempf & Huber

Eine epidemische Installation mit Spechten für Dornbirn. An Gebäuden und anderen ausgewählten Orten im Stadtgebiet Dornbirns stecken Schwärme von Schwarzspechten – wie Wurfgeschosse – in Fassaden. Dabei handelt es sich um vergrößerte Kunststoff-Nachbildungen von Bälgen, wie man sie aus der Ornithologie kennt. Spechte haben eine lange Beziehung zur Zivilisation. Sie dienten als Währung (bei den Karok-Indianern soll jeder Specht-Skalp einen Wert von 20 Reichsmark besessen haben), der Schwarzspecht galt im antiken Griechenland als Orakelvogel, durch dessen Flugbahn man die Zukunft voraussagte und wahrscheinlich war es auch dieser Vogel, der in der Gründungssage Roms neben der Wölfin Romulus und Remus mit Nahrung versorgte. Der Schwarm ist ein Resultat kollektiver Intelligenz – auch Gruppen- oder Schwarmintelligenz genannt. Der Schwarmintelligenz wird das Potential unterstellt, Gesellschaft und Märkte zu transformieren. Als Beispiele hierfür dienen Smart Mobs (Flash Mobs) und die Critical Mass-Bewegung.


Messe-Führungen

Wer sich gerne von Kunst-Expertinnen durch die Messe führen lässt, um profunde Einblicke in die künstlerischen Arbeiten auf der Art Bodensee zu erhalten, hat vier Mal täglich dazu die Gelegenheit.

Beginn ist jeweils um  12, 14, 16 und 18 Uhr.
Treffpunkt im Foyer und gratis.


Performance von Hubert Dobler "Roundabout"

Die Performance "Roundabout" findet am 20. Juli 2017 in der Ellipse des neuen Messequartiers Dornbirn (AT) statt.

»Seelenfrieden ist genau genommen gar nichts Oberflächliches«, erläutere ich. »Es ist das einzige, was zählt. Was ihn fördert, ist gute Mechanikerarbeit; was ihn stört, ist schlechte Mechanikerarbeit. Was wir als die Brauchbarkeit einer Maschine bezeichnen, ist nur eine Objektivierung dieses Seelenfriedens. Der letzte Prüfstein ist immer unsere eigene Gemütsruhe. Wenn man die nicht hat, wenn man beginnt, und sie sich nicht während der Arbeit bewahrt, dann läuft man Gefahr, seine eigenen persönlichen Probleme buchstäblich in die Maschine einzubauen.«

»Das ist eine recht unkonventionelle Vorstellung«, sage ich, » aber konventionelle Vernunft bestätigt sie. Der materielle Gegenstand der Beobachtung, das Fahrrad oder der Grill, kann nicht richtig oder falsch sein. Moleküle sind Moleküle. Sie haben keine ethischen Grundsätze, an die sie sich halten können, außer denen, die die Menschen ihnen geben. Der Prüfstein für die Maschine ist die Zufriedenheit, die sie einem verschafft. Einen anderen Test gibt es nicht. Wenn die Maschine Seelenruhe bewirkt, ist sie richtig. Wenn sie einen unruhig macht, ist sie so lange falsch, bis entweder sie geändert wird oder unsere Geisteshaltung sich ändert. Der Prüfstein für die Maschine ist immer die eigene Geisteshaltung. Einen anderen Test gibt es nicht.« Aus: Robert Pirsig, „Zen oder die Kunst, ein Motorrad zu warten“, 1974


Kinderprogramm

Kunst.Kids ist das bewährte Kinderprogramm auf der Art Bodensee. Die Künstlerinnen May-Britt Chromy und Franziska Stiegholzer bieten Kindern von 6 bis 12 Jahren Anleitungen zu verschiedenen künstlerischen Techniken. 

  • Täglich von 12 bis 18 Uhr.

Die Kinderführung durch die Messe mit der Kunst-Expertin Christa Bohle bringt die richtige Inspiration für eigene künstlerische Kreationen unserer jüngsten Besucherinnen und Besucher.

  • Kinderführungen finden am Samstag und Sonntag jeweils um 14 Uhr statt. Treffpunkt im Foyer 13/14.